Man Muss nur wollen

Heute ist irgendwie ein merkwürdiger Tag. Kennt ihr das? Ich weiß auch nicht. Ich weiß nicht mal warum, manchmal frag ich mich, was ich überhaupt weiß.

---

Auf einer Extraseite in diesem Blog, schreibe ich alles über mein Pferd auf. Mein Pferd - mein einziger Halt. Ich bin fasziniert von diesem Wesen, denn es hört mich wenn ich nichts sage.

Kennt ihr das, wenn man innerlich schreit, aber niemand merkt es? Das ist ein scheiß Gefühl.. Aber er.. er hört mich. Und er schafft es mir meine Angst zu nehmen.. Angst wovor? So genau kann ich das nicht sagen, manchmal vor mir selbst, vor dieser Welt, vor Gefühlen die ich noch nicht kenne.. Er nimmt sie mir einfach. Er lässt mich nach vorne gehen. Stück für Stück - Zentimeter für Zentimeter..

Pferde sind mein Leben. Wir sind eine relativ große Gruppe, ja es ist - nein - es war wie eine Zweite Familie für mich. Eine Bekannte sagte mir einmal, als ich mein Gedankenchaos nicht sortieren konnte: „ Große, die Welt, wir Menschen leben von Veränderung. Es bewegt sich nichts, wenn man Dinge nicht verändert. Du musst lernen damit umzugehen.“ Offengestanden muss ich sagen - das fällt mir verdammt schwer. 

Ich wünschte es wäre noch so wie früher, wo wir Spaß und miteinander gelacht hatten. Wo wir einfach mal weggefahren sind oder wo einfach jeder für jeden da war und es nicht diesen Konkurrenzkampf untereinander gab, wer denn besser reitet. Ja verdammt, alles verändert sich. Hab ich begriffen! aber warum ausgerechnet dort wo ich mich doch mal so wohlgefühlt habe? Mir lag bzw. liegt immer noch viel an den Leuten.  Aber was ich gelernt habe ist, das man so gut wie niemanden mehr trauen kann. Denn jeder gegen jeden und DARAUF habe ich einfach keine Lust!!

Ich darf das Pferd meiner Trainerin mitreiten. Ich bin ihr unendlich dankbar, denn auch von ihm habe ich sehr viel Zwischenmenschliches lernen können. Am Anfang dachte ich, wir werden nie Freunde, aber letztens, wo ich spät abends noch allein im Stall war, wusste ich - er vertraut mir. Nennen wir Ihn Max. Max, lebt in seiner Welt, denkt man. Er ist 9 Jahre alt, geht sicher M-Dressur und ist ein wahnsinniger ängstlicher Typ. sobald jemand in den Stall kommt steht er an seiner Tür und schaut was passiert.

An diesem  besagten Abend musste ich nochmal in den Stall, ich dachte ich hätte meine meine Handschuhe bei ihm liegen lassen, also musste ich nochmal das Licht anmachen. Ich kam herein und Max Box war leer, er lag im Stroh und döste vor sich hin - dachte ich. Ich kam an die Box, spätestens jetzt müsse er doch aufstehen. Er bleibt sonst nie liegen, aber lag und schaute mich mit großen Augen an. Ich ging rein zu ihm und hockte mich direkt neben seinen Kopf. Er kam mir mit seinem Kopf entgegen und schaute ob ich irgendwas zum fressen einstecken habe. (Kleine Fressraupe) nachdem ich immer noch verwundert war, denn das ist so gar nicht seine Art, setzte ich mich an die Boxenwand neben ihn, und was dann geschah, war unglaublich und mir liefen stillschweigend die Tränen.

Er legte seinen Kopf in meinen Schoß, und ließ sich kraulen, kuscheln, schmusen und döste ein. Ich hatte das Gefühl, wie als wenn er mir sagen würde,  danke, dass du mich siehst. Ich vertraue dir.

Ich saß über eine halbe Stunde einfach nur da, mir ging das Herz auf als er einfach nur lag und mich zu ihm gelassen hatte.

Ja - meine Familie hält mich für fanatisch. Ich übertreibe mit den Pferden und dem Sport. Natürlich reite ich gerne, natürlich auch Turniere, aber mein Pferd, ist immer noch Pferd, und wird nicht fertig gemacht und dann wieder abgestellt.

Viele fragen mich, wie ich das mache. Also das meine zwei Jungs so auf mich reagieren. Dann sage ich einfach; beschäftige dich mit dem Tier, lerne ihn kennen und höre ihm zu. Dann hast du einen wunderbaren Partner an deiner Seite, der dich nie NIE im Stich lässt. Man muss nur wollen.

15.1.15 15:50

Letzte Einträge: 1.Tag, Vetrauen

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen